Zu einem Workshop der besonderen Art fand sich der Journalist und Romanautor Peter Huth aus Berlin am 22. Januar an der FOSBOS Aschaffenburg ein, um mit den Schülerinnen und Schülern der Klasse 13 an über seinen Roman „Der Honigmann“ aus dem Jahr 2024 zu sprechen, den die Klasse als Lektüre gelesen und analysiert hatte. Huth, der sich schon gerne öfter in Aschaffenburg aufgehalten hat, um an Konzerten im Colos-Saal teilzunehmen, stand ausführlich Rede und Antwort und war an den Interpretationsansätzen, die die Klasse erarbeitet hatte, sehr interessiert. Der Roman behandelt aktuelle, kontroverse Themen wie die Frage nach der Vergebung von Schuld und die Eskalationsgefahr von Diskussionsprozessen im Bereich Social Media. In zwei Präsentationen wurden dem Autor Interpretionsideen bezüglich der Tiersymbolik im Roman und literaturhistorischer Anspielungen auf Werke wie „Mutter Courage“ von Brecht oder Kafkas „Prozess“ vorgestellt. In Gruppen stellten die Schülerinnen und Schüler zudem Fragen zur Entstehung des Romans und zur Person des Autors, die von Peter Huth direkt beantwortet werden konnten. Eine Gelegenheit, wie sie sich nur selten bietet. Die Jugendlichen und ihre Lehrkraft Herr Scheibler erfuhren hierbei einiges über Huths Werdegang. Als Journalist hat er bedeutende Personen der Zeitgeschichte wie Helmut Kohl und Angela Merkel interviewt. Besonders beeindruckt sei er von der Persönlichkeit des Autos und Juristen Ferdinand von Schirach gewesen. Zu seinen persönlichen Freunden kann er die Ikone der Popliteratur, Benjamin von Stuckrad-Barre zählen. Im Moment steht Huth in Verhandlungen mit dem Streamingdienst „Netflix“, der Interesse signalisiert hat, den „Honigmann“ als Miniserie auf den Markt zu bringen. Man darf also gespannt sein, wohin die Reise Huths noch geht. Mit Sicherheit wird man in Zukunft noch von ihm hören, sei es als Kommunikationschef bei „Welt“ oder bei neuen Romanprojekten. Nach einer Lesung der Schlusspassage des „Honigmanns“ dankte die Klasse Herrn Huth mit einem herzlichen Applaus und entließ ihn in seine Rückfahrt nach Berlin.
Peter Scheibler