Schon seit einigen Jahren unterstützen Schülerinnen und Schüler der FOSBOS Aschaffenburg den Naturpark Spessart regelmäßig bei Arbeiten, wofür die Schule dieses Jahr den Sonderpreis der Klimaschule Bayern des Bayerischen Umweltministeriums erhielt. Zur Fortführung dieser Kooperation unternahmen am 13. Oktober und 11. November 2025 insgesamt vier Schulklassen der FOSBOS Aschaffenburg eine besondere Exkursion in den Naturpark Spessart.
Im Zentrum der Aktion stand die Pflege von Bachauen im Hafenlohrtal als naturnahe Weidefläche, die als wertvoller Lebensraum für zahlreiche spezialisierte Arten dient. Anders als oft angenommen, ist nicht nur der Wald ein schützenswerter Lebensraum – auch offene, strukturreiche Landschaften wie extensiv genutzte Weiden sind für viele Tier- und Pflanzenarten überlebenswichtig. Ein eindrucksvolles Beispiel für die enge Verknüpfung zwischen Arten bot der Neuntöter, der sein Nest aus den Haaren von Wasserbüffeln baut – ein Hinweis auf hochspezialisierte ökologische Beziehungen. Auch der Luchs wurde in der Region nachgewiesen, wenngleich er aktuell nicht mehr dort lebt. Drei Jahre lang war er im Gebiet unterwegs – ein Zeichen für die ökologische Bedeutung des Spessarts.
Um die Bachwiesen als besonderen Lebensraum zu erhalten, halfen die Schülerinnen und Schüler beim Zurückdrängen der sogenannten Sukzession – der natürliche Prozess, bei dem sich offene Flächen allmählich mit Sträuchern (z. B. Brombeeren und Himbeeren) und später mit Bäumen bewachsen. Diese Entwicklung führt langfristig zur Verbuschung und Verwaldung, wodurch offene Lebensräume für spezialisierte Arten verloren gehen. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schüler wurde daher diskutiert, warum es manchmal notwendig ist, Bäume zu fällen und Gebüsche zu entfernen, um die Artenvielfalt zu erhalten. Für das leibliche Wohl sorgte ein gemeinsames Grillen direkt auf der Fläche – mit Wildschwein-bratwürsten als regionale Spezialität von den Landwirten. Die Getränke wurden von Sodenthaler zur Verfügung gestellt.
Das Highlight der Führung war der Besuch der Wasserbüffelherde auf der Fläche nebenan. Während die entspannten Riesen neugierig schauten, erklärten Christian Salomon und Sabrina Jochum vom Naturpark Spessart, warum die kleine Herde so wertvoll ist: Während die Artenvielfalt und besonders die Insekten allgemein abnehmen, werden allein durch die Ausscheidungen der Wasserbüffel pro Tag zwei Kilogramm Insekten ernährt und neu geboren. Und durch ihr selektives Fressverhalten grasen die Tiere hier und dort, knappern an verschiedenen Pflanzen, halten damit die Bachauen frei und gestalten vielfältige Lebensräume für einen lebendigen Spessart.
Andreas Reble